Das größte und wichtigste Metalfestival in Deutschland findet in Wacken statt. Jedes Jahr strömen über 70.000 Menschen am ersten August-Wochenende in das Dorf in Schleswig-Holstein. Begonnen hat das Festival 1990, als die beiden Musiker Thomas Jensen und Holger Hübner die Idee für ein Festival hatten und es in der Kiesgrube von Wacken veranstalteten. Bei den Fans kam die Möglichkeit zu Campen besonders gut an, wie auch die Auswahl der Bands und der Fokus auf Metal. Bald wuchs das Festival und die Kiesgrube reichte nicht mehr aus – man zog auf Ackerflächen um. Ein herausragendes Merkmal von Wacken ist, dass es nicht nur Einheimischen gegründet wurde, sondern das die dörfliche Gemeinschaft voll eingebunden ist.

Nur Metallica war noch nicht da

Trotz bekannterer Namen wie Doro Pesch machte das Festival in den ersten Jahren Verluste und erst nach 1995 deckte man die Kosten – damals noch mit etwa 5000 verkauften Tickets. Zehn Jahre später war man bereits bei 60.000 Zuschauern und dachte, die Grenze des Möglichen erreicht zu haben. Nach wie vor wächst das Festival aber und damit auch die Anforderungen an die Organisation. Für die Sicherheit und Produktionsleistung war lange Zeit Thomas Hess zuständig, der 2018 völlig überraschend an einem Herzinfarkt verstarb. Er kam einst über seine Funktion als Tourleiter der Böhsen Onkelz zum Festival. Eine weitere Kultfigur ist der Bauer Uwe Trede, der seine Ackerflächen zur Verfügung stellt.

Das Line-Up gehört jedes Jahr zur Spitzenklasse. Es gibt kaum eine internationale Metal-Band, die hier noch nicht gespielt hat. Zahllose Bands, darunter die Scorpions, haben hier Live-Alben aufgenommen. Nur Metallica hat noch nie in Wacken gespielt. 2019 kamen unter anderem Sisters of Mercy, Uriah Heep, Saxon, Antharx, Slayer aber auch Joachim Witt und die deutsche Band Extrabreit.

Um die 240 Hektar Fläche werden jedes Jahr 45 Kilometer Bauzaun aufgestellt, es gibt 1300 mobile Toiletten und 500 Duschmöglichkeiten. Alleine der Auf- und Abbau dauert jeweils eine Woche.